Die Tage werden kürzer, die Temperaturen fallen und die letzte große Tour des Jahres liegt hinter Ihnen. Für viele Motorradfahrer bedeutet der Herbst das Ende der Saison und den Beginn einer langen Wartezeit. Doch während das Bike in der Garage oder unter der Abdeckplane ruht, beginnt eine Phase, die über den reibungslosen Start in den nächsten Frühling entscheidet.
Die Nebensaison ist die perfekte Gelegenheit, Ihr Motorrad instand zu halten und es für die kommenden Abenteuer zu optimieren. Eine sorgfältige Wartung und gezielte Upgrades tragen maßgeblich zur Langlebigkeit, Sicherheit und dem Fahrspaß bei. Außerdem sind in der Winterpause technische und optische Aufwertungen des Bikes möglich. Hochwertige Ersatz- und Zubehörteile spielen hierbei eine entscheidende Rolle.
Ein umfassendes Sortiment an geprüften Komponenten, von der Bremsanlage bis zur Elektrik, bieten spezialisierte Fachhändler wie MTP Racing.
In diesem Ratgeber finden Sie hilfreiche Tipps und notwendige Arbeitsschritte, um die eigene Maschine fit für die nächste Saison zu machen.
Die Grundlagen: Reinigung und Konservierung als erster Schritt
Bevor das Motorrad in den Wintermonaten eingelagert wird, sollten Sie eine gründliche und umfassende Reinigung vornehmen. Hierbei sollten
- Schmutz,
- Insektenreste,
- Kettenfett
- und vor allem unsichtbare Salzrückstände von den letzten Herbstfahrten
sorgfältig entfernt werden, da sie Lack, Metall und Kunststoff des Motorrads beschädigen. Über die Monate hinweg können diese Ablagerungen Feuchtigkeit binden und zu hartnäckiger Korrosion, matten Oberflächen und beschädigten Dichtungen führen.
Eine sorgfältige Reinigung ist daher nicht nur eine optische Maßnahme, sondern der erste und wichtigste Schritt der Konservierung. Sie legt die Basis dafür, dass Ihr Motorrad im Frühling wieder einsatzbereit ist.
Für eine effektive Reinigung gehen Sie wie folgt vor:
- Beginnen Sie mit einer Vorwäsche, um groben Schmutz zu lösen. Ein sanfter Wasserstrahl, der Wasser in Lager, Elektrik und empfindliche Bauteile pressen kann, ist hierfür ideal.
- Anschließend erfolgt die Handwäsche mit einem speziellen Motorradreiniger und weichen Schwämmen. Besondere Aufmerksamkeit verdienen schwer zugängliche Stellen wie die Kühlrippen des Motors, die Schwinge oder der Bereich um das Federbein.
- Auch die Felgen und die Antriebskette benötigen eine Behandlung mit einem Kettenreiniger, um altes, verharztes Fett und den darin gebundenen Schmutz zu entfernen.
- Nach dem Abspülen mit klarem Wasser ist das Trocknen entscheidend. Nutzen Sie Druckluft, um Wasser aus allen Ecken und Ritzen zu blasen.
- Polieren Sie die Oberflächen anschließend mit einem weichen Mikrofasertuch nach. Erst wenn das Motorrad vollständig trocken ist, kann der nächste Schritt, die Konservierung, erfolgen.

Ein sauberes und gut konserviertes Motorrad ist mehr als nur eine Frage der Ästhetik – es ist die Basis für eine lange Lebensdauer und technische Zuverlässigkeit.
Nach der Reinigung folgt der Schutz. Tragen Sie auf alle lackierten Teile eine Schicht Hartwachs auf. Dies versiegelt den Lack und schützt ihn vor Luftfeuchtigkeit und Staub. Unlackierte Metallteile, insbesondere der Motorblock und der Auspuff, profitieren von einem dünnen Film Korrosionsschutzspray. Dieses spezielle Öl verdrängt Feuchtigkeit und verhindert die Bildung von Flugrost.
Auch Chromteile sollten mit einer geeigneten Politur behandelt werden, um ihren Glanz zu erhalten. Gummiteile wie Dichtungen, Schläuche und die Reifenflanken bleiben geschmeidig, wenn sie mit einem Silikonspray oder einem speziellen Gummipflegemittel behandelt werden. Dies verhindert, dass sie über den Winter porös und rissig werden.
Die frisch gereinigte Kette wird abschließend mit einem hochwertigen Kettenspray gleichmäßig eingesprüht, um sie vor Rost zu schützen und für den ersten Einsatz im Frühjahr geschmeidig zu halten.
Flüssigkeiten und Batterie: Das Kernsystem des Bikes
Das Innere Ihres Motorrads verdient ebenso viel Aufmerksamkeit wie das Äußere. Die Betriebsflüssigkeiten und die Batterie sind das Herzstück der Maschine, und ihre korrekte Behandlung über den Winter ist entscheidend für einen problemlosen Start in die neue Saison. Wenn Sie hier nachlässig sind, riskieren Sie teure Schäden
- am Motor,
- an der Bremsanlage
- oder an der Kraftstoffversorgung.
Wie gehen Sie mit Kraftstoff und Öl in der Maschine um?
Ein zentrales Thema ist der Kraftstoff. Moderner Sprit enthält Bio-Ethanol, das hygroskopisch ist, also Wasser aus der Umgebungsluft anzieht. Über die Wintermonate kann sich so Wasser im Tank sammeln, was – besonders bei Stahltanks – zu Korrosion und Problemen im Einspritzsystem führen kann. Zudem können sich Ablagerungen bilden, die Vergaser oder Einspritzdüsen verstopfen.
Die beste Gegenmaßnahme ist es, den Tank vor dem Einwintern randvoll zu füllen. Dadurch wird die Luftmenge im Tank minimiert und die Kondenswasserbildung reduziert. Zusätzlich empfiehlt sich die Zugabe eines Kraftstoffstabilisators. Dieses Additiv bindet Wasser, verhindert die Zersetzung des Kraftstoffs und schützt das gesamte System vor Korrosion.
Ein weiterer kritischer Punkt ist das Motoröl. Viele Biker planen den Ölwechsel für das Frühjahr, doch es ist weitaus sinnvoller, ihn vor der Winterpause durchzuführen. Altes, gebrauchtes Öl enthält aggressive Verbrennungsrückstände und Säuren, die über die Monate hinweg Dichtungen und Metalloberflächen im Motor angreifen können. Ein frischer Öl- und Filterwechsel sorgt dafür, dass der Motor in sauberem, schützendem Öl überwintert.
Was sollten Sie bezüglich der Batterie beachten?
Die Batterie ist oft die Hauptursache für Startprobleme im Frühling. Sie entlädt sich mit der Zeit von selbst. Niedrige Temperaturen beschleunigen diesen Prozess zudem. Eine Tiefentladung kann die Batterie jedoch dauerhaft schädigen.
Die ideale Lösung ist der Ausbau der Batterie und die Lagerung an einem kühlen, trockenen und frostfreien Ort. Schließen Sie sie dort alle vier bis sechs Wochen an ein geeignetes Ladegerät an.
Noch komfortabler ist die Verwendung eines modernen Batterie-Frischhaltegeräts, auch als Erhaltungsladegerät oder Trickle Charger bekannt. Dieses kann direkt am eingebauten Akku angeschlossen werden und hält die Ladung durch intelligente Lade- und Entladezyklen konstant auf einem optimalen Niveau, ohne die Batterie zu überladen.

Klemmen Sie zur Demontage der Motorradbatterie zunächst den Minuspol ab, um einen Kurzschluss zu verhindern.
Welche Hinweise sind bezüglich der Brems- und Kühlflüssigkeit wichtig?
Berücksichtigen Sie außerdem die Brems- und Kühlflüssigkeit Ihres Fahrzeugs. Prüfen Sie den Füllstand des Kühlmittels und stellen Sie sicher, dass der Frostschutz für die zu erwartenden Temperaturen ausreicht.
Bremsflüssigkeit ist ebenfalls hygroskopisch. Ein zu hoher Wasseranteil senkt den Siedepunkt und kann zu Korrosion im Bremssystem führen. Händler empfehlen einen Wechsel zudem in der Regel alle zwei Jahre. Die Winterpause eignet sich dabei gut für einen Wechsel.
Reifen und Fahrwerk: Schäden durch Standzeiten vermeiden
Während das Motorrad über Monate auf derselben Stelle steht, wirken erhebliche Kräfte auf Reifen und Fahrwerk. Das gesamte Gewicht der Maschine lastet konstant auf den zwei kleinen Aufstandsflächen der Reifen und komprimiert die Federelemente.
Ohne entsprechende Vorkehrungen kann dies zu dauerhaften Verformungen und Schäden führen, die nicht nur die Sicherheit beeinträchtigen, sondern auch kostspielige Reparaturen nach sich ziehen können.
Wie wirken Sie Standplatten am besten entgegen?
Durch die permanente Belastung auf einer Stelle kann sich der Gummi der Reifen verformen, was zu einer Unwucht und einem unruhigen Fahrverhalten führt.
Die einfachste Gegenmaßnahme ist, den Reifendruck vor dem Einwintern um etwa 0,5 bar über den empfohlenen Wert zu erhöhen. Dies stabilisiert die Karkasse und reduziert die Verformung.

Der optimale Reifendruck kann zwischen verschiedenen Modellen variieren. Ziehen Sie daher die Hinweise des Herstellers zu Rate, um den passenden Druck zu ermitteln.
Noch optimaler ist jedoch die vollständige Entlastung der Räder. Mithilfe von Motorradhebern für Vorder- und Hinterrad (Paddock Stands) lässt sich das Bike sicher aufbocken, sodass die Reifen frei in der Luft schweben. Dies verhindert nicht nur Standplatten zuverlässig, sondern entlastet auch die Federelemente und Lager des Fahrwerks.
Tipp: Wenn Sie nicht über zwei Heber verfügen, sollten Sie zumindest das Hinterrad entlasten und das Motorrad alle paar Wochen ein kleines Stück vor- oder zurückschieben, um die Aufstandsfläche des Vorderreifens zu verändern.
Wie überprüft man das Fahrwerk eines Motorrads?
Die Winterpause bietet zudem eine hervorragende Gelegenheit für eine genaue Inspektion des Fahrwerks. Reinigen Sie die Gabelstandrohre und das Federbein gründlich und prüfen Sie die Simmerringe auf Dichtheit. Anzeichen von austretendem Öl sind ein klarer Hinweis auf Verschleiß und erfordern einen Austausch vor der nächsten Saison.
Überprüfen Sie auch die Kettenspannung sowie den Zustand von Kette und Ritzeln. Nach der gründlichen Reinigung des Motorrads lässt sich der Verschleißgrad gut beurteilen. Achten Sie auf spitz zulaufende „Haifischzähne“ am Ritzel oder ungleichmäßig gelängte Kettenglieder. Die Nebensaison ist der ideale Zeitpunkt, um einen verschlissenen Kettensatz auszutauschen.
Eine gut gepflegte und korrekt eingestellte Kette ist nicht nur ein Sicherheitsfaktor, sondern sorgt auch für eine optimale Kraftübertragung und ein besseres Fahrgefühl.
Die Nebensaison als Chance: Upgrades und individuelle Anpassungen
Die Wintermonate sind außerdem der perfekte Zeitpunkt, um über gezielte Upgrades nachzudenken, die
- die Sicherheit,
- die Ergonomie,
- die Leistung oder
- die Optik
Ihrer Maschine verbessern. Statt im Frühjahr festzustellen, dass die Bremsbeläge verschlissen sind oder die Hebel nicht optimal passen, können Sie die Winterpause nutzen, um Ihr Motorrad nach Ihren Wünschen zu individualisieren und technisch zu optimieren.
Ein Bereich, der immer im Fokus stehen sollte, ist die Bremsanlage. Überprüfen Sie die Dicke der Bremsbeläge und Bremsscheiben. Sind sie nahe der Verschleißgrenze, ist die Winterpause der ideale Zeitpunkt für einen Austausch.
Tipp: Die Winterpause ist auch eine gute Gelegenheit für ein Upgrade: Der Wechsel von herkömmlichen Gummibremsschläuchen zu hochwertigen Stahlflexleitungen verbessert den Druckpunkt spürbar, sorgt für eine konstante Bremsleistung und eine längere Lebensdauer.
Ebenso entscheidend für die Sicherheit ist die Beleuchtung. Der Austausch alter Halogenblinker gegen moderne, helle LED-Technik verbessert die Sichtbarkeit im Verkehr und verleiht dem Motorrad darüber hinaus einen zeitgemäßen Look.
Die Ergonomie und die individuelle Anpassung des Motorrads an den Fahrer sind weitere wichtige Aspekte. Oft sind es kleine Änderungen, die einen großen Unterschied im Fahrkomfort und in der Kontrolle ausmachen. Verstellbare Brems- und Kupplungshebel ermöglichen eine perfekte Anpassung an die eigene Handgröße und sorgen für eine ermüdungsfreie Bedienung. Mit einer großen Auswahl an Farbkombinationen lässt sich das Bike zudem bis ins kleinste Detail personalisieren.
Hinweis: Achten Sie bei allen sicherheitsrelevanten Teilen unbedingt auf eine gültige Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE) oder ein TÜV-Gutachten, um rechtlich auf der sicheren Seite zu sein.
Auch die folgenden Bereiche bieten sich für Upgrades in der Winterpause besonders an:
- Hebel und Armaturen: Austausch gegen verstellbare und farblich individualisierbare Hebel.
- Fußrastenanlagen: Anpassbare Rasten für eine sportlichere oder komfortablere Sitzposition.
- Lenker und Lenkerenden: Ein anderer Lenker kann die gesamte Sitzhaltung verändern.
- Spiegel: Hochwertigere Spiegel für bessere Sicht und eine schönere Optik.
- Fahrwerkskomponenten: Austausch von Federbein oder Gabelfedern für ein besseres Fahrverhalten.
- Auspuffanlage: Ein neuer Endschalldämpfer für besseren Sound und Optik (auf Zulässigkeit achten!).
Die folgende Tabelle zeigt den etwaigen Zeitaufwand und den Nutzen für die einzelnen Upgrades:
| Projekt-Bereich | Mögliche Upgrades | Geschätzter Zeitaufwand | Nutzen |
|---|---|---|---|
| Bremsen |
|
2 bis 4 Stunden |
|
| Ergonomie |
|
1 bis 2 Stunden |
|
| Beleuchtung |
|
1 bis 3 Stunden |
|
| Antrieb |
|
2 bis 3 Stunden |
|
| Optik |
|
1 bis 2 Stunden |
|
Nehmen Sie sich die Zeit, um Ihr Motorrad wieder auf einen guten Stand zu bringen und nutzen Sie hochwertige Produkte für die Instandhaltung des Motorrads oder den Austausch einzelner Komponenten. So sorgen Sie einerseits für ein möglichst gutes Fahrgefühl und eine hohe Sicherheit und wirken andererseits einem Wertverlust der Maschine entgegen.
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